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Mittwoch, 23. Dezember 2015

Perspektiven und Blickwinkel (67)

Zur Veranschaulichung unterschiedlicher Blickwinkel und Perspektiven habe ich eine Reise an die Mosel nach Bullay zum Brautrock - Brunnen der Stadt gemacht. Die Skulptur des Brunnens hält mit etwas Abstand einen Brautrock vor sich, während der Körper der Bronze-Statue unbekleidet dargestellt ist. Ferner wurde die Frauenfigur vom Künstler mit einem ausgeprägtem Hinterteil ausgeformt, welches ich - und jetzt wird es spannend - je nach Perspektive für äußerst wohlgeformt erachte. Aber dazu kann sich jeder Betrachter selbst ein Bild machen!
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Wie deutlich zu erkennen ist, ändert sich scheinbar die Form des Hinterns mit jeder Veränderung des Sichtwinkels. Faktisch ist es natürlich nicht so bei der in Bronze gegossenen Statue, doch was aus einer Richtung einen wohlgeformten Po erahnen lässt, ist aus schon leicht verändertem Standpunkt nicht unbedingt mehr so!
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Dieses Beispiel lässt nun bei seiner Übertragung auf die Fähigkeit des Fotografen sehr schön verdeutlichen, welchen Einfluss die Auswahl des Blickwinkels und der Perspektive auf die Darstellungsqualität hat. Am Beispiel dieses Brunnens ist wunderbar nachzuvollziehen, wie die Perspektive aus einem Motiv, und hier ist es das Aussehen, die Figur eines Menschenabbildes, eine "schöne" Abbildung erzeugen kann oder auch nur eine Aufnahme eines vermeintlich nicht so schönen Motives. Das lässt sich einfach auf fast alle Motive übertragen.
_MVD0457 _MVD0456 _MVD0455 _MVD0454 _MVD0453 _MVD0452  _MVD0451
_MVD0450So ist der Modelfotograf mit der Fähigkeit, diese Proportionen, die das Aussehen jeder Person ausmachen, zu erkennen sowie  entsprechend wieder zu geben, ein Künstler auf seinem Gebiete. Wie schwer das ist, kann auf den einschlägigen Portalen (hier bei wordpress, 500px, flickr, u.a.) nachvollzogen werden!
Für mich stellt es eine spannende Herausforderung dar, wenn ich ein Modell fotografiere, dessen Figur und Aussehen nicht mit der einer Milla Jovovich oder eines Ralf Bauer zu vergleichen sind und damit aus fast jeder Perspektive eine "gute Figur abgeben". Ich meine, dass es dem herausragenden Fotografen gelingen sollte, die "Schokoladenseite" seines Models zu erkennen und diese in den Bildern zu verewigen.
Beim Körper wie beim Gesicht kann manchmal viel besser angeschnitten fotografiert werden, oder nur Teilansichten eines Menschen, als die Gesamtansicht, um besondere Charakterzüge fest zu halten. Für diese Beobachtungen und Aufnahmen sollte man sich selbstverständlich gemeinsam mit seinem Modell genügend Zeit nehmen.

Seit wann suchst Du das Bild Deiner Bilder? (66)

raico jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Was bleibt Dir aus den Jahren Deiner Fotografie? Du hast in Deinem Leben, mit Deinem Wirken während Deinem Besuch hier auf diesem Planeten diesen mit - gestaltet, -geformt, -verändert, -verbessert, -zerstört, -gerettet ...!
Die Fotografie als eine Deiner Passionen hat Dich einen Teil Deines Lebens beschäftigt. Welcher Ergebnisse kannst Du Dich bewußt erinnern? Welches Maß aus Deinem Handeln - sowohl innerhalb und wie auch außerhalb Deines direkten Wirkungskreises - erreichte Deine Intuition für's Erstellen deiner Bilder?
Gibt es ein fotografisches Werk, auf das Du zurück blicken darfst, oder existiert eine wilde Sammlung von Fotografien? Welches Gefühl erzeugt dieser Rückblick in Dir? Gleichgültig, ob hochgelobt oder geflissentlich ignoriert durch die (fehlenden) Betrachter aller Couleur blickst Du unverhohlen auf Deine Arbeit. Was bleibt?
Wann begann Deine Karriere in der Fotografie?
Meine begann vermutlich schon zu einer Zeit, in der ich selbst außer einer Linse vor mir noch nicht viel erkennen konnte. Mein Vater fotografierte schon weit vor meiner Geburt und erst recht nachher. Ich mutmaße daraufhin einfach mal, weil Kinder schon weit vor ihrem Verständnis von den Zusammenhängen des Lebens durch bestimmte Verhaltensweisen geprägt werden, dass ich schon früh infiziert wurde mit dem Virus der Lichtbilder-Begeisterung. Wurde ich bestimmt!
Bilder aller Art spielen in unserem Leben bekanntlich eine vordergründig und mehr noch hintergründig wichtige Rolle. Ob als Lernhilfe für Kinder oder als Erklärung zur Worthülse für Erwachsene. Wie viel schneller erfassen wir alle einen Bildinhalt, als den Sinninhalt eines geschriebenen Satzes. Als visuelles Wesen mit unseren Augen, unserem einflussreichsten Sinnesorgan, üben Bilder eine starke Wirkung auf unser Leben aus, denn sie erzeugen fast immer sogar eine direkte körperliche Reaktion.
Mich vereinnahmte das Malen mit Licht schon im Jahre 1978, in dem ich meine erste eigene Kamera erhielt. Ich fotografierte meine Freundin und die Ausflüge unseres Vereines, dabei vornehmlich meine Vereinskollegen und Freunde.
Als ich etwas später eine Spiegelreflexkamera mein eigen nennen durfte, fotografierte ich bei vielen Gelegenheiten, wie zum Beispiel Klassenfahrten, Tiere (liebend gerne Enten) oder einfach in der Schule. Viele Fototouren mit Freunden in umliegende Städte von Düsseldorf schlossen sich an und wir lernten viel von unseren Versuchen. Da früher jeder Film und jedes Foto mit Folgekosten belegt war und ich als Schüler nicht die üppigen Gelder zur Verfügung hatte, mussten wir unsere Motive immer gut auswählen. Ob es besser oder schlechter fürs Erlernen der Fähigkeit zum fotografischen Sehen war, sei dahingestellt.
Doch die Menschen als Motiv haben es mir schon immer angetan, das habe ich schon häufiger erwähnt, denn früher habe ich gerne als junger Mensch - neben anderen Motiven - immer wieder Mädchen fotografiert.
Von der Anzahl der Negative, deren Digitalisierung auf sich wartet, ist der Großteil ehrlich mit den Worten "unter ferner liefen" zu betiteln. Einer möglichen Veröffentlichung sehen nur die allerwenigsten entgegen. Was aber die Essenz der langjährigen Fotografie angeht, so meine ich, dass wir Fotobegeisterte am meisten durch die Ausübung unserer Passion selbst gelernt haben. Das fotografische Sehen für sich hat sich durch die digitalen Aufnahmetechniken nicht erleichtert. Auch die zwangsläufig entstandene Bilderflut auf unserer steigenden Anzahl externer Festplatten vereinfacht die Kunst des Sehens beileibe nicht. Vielleicht die direkte Bildkontrolle lässt uns die Chance auf eine zweite Auslösung, nämlich bei misslungener Erstauslösung, und nur dann, wenn die Situation nicht schon längst vorbei ist. An eine grundsätzliche Verbesserung der Qualität der eigenen Fotos rein durch die Digitalisierung glaube ich persönlich nicht.
Mit der Innovation der Aufnahmetechniken (Digital) wurde ich erst einmal ein Stück weit ausgebremst. So kam ich mir zumindest vor, als ich durch die neue Technik viel Lehrgeld bezahlen musste. Irgendwann wurde es dann besser. Was durch meine individuellen, analogen Erfahrungen entstanden ist, das konnte ich mit entscheidenden, kleinen Differenzierungen uneingeschränkt weiter verwenden. Die Technik macht uns immer noch nicht sehender, es bleibt uns weiterhin nur unser Auge. ;-)
Und dennoch! Nicht allein Erfahrungen ermöglichen ein gelungenes Foto, zwar oft schneller oder auch wahrscheinlicher aber nicht immer. Manchmal kommt es vor, dass diese Erfahrungen einem einen wertvollen Hinweis und damit Vorteil gegenüber einem weniger erfahrenen Fotografen in einer brenzligen Situation verschaffen. Andererseits beweisen die Blogger auch hier auf dieser Plattform, dass hervorragende Aufnahmen nicht ausschließlich von Profi-Fotografen stammen. Für mich ist es manchmal ein sehr beruhigendes Gefühl auf meine Erfahrungen zurück greifen zu können.
Und die anfänglich gestellte Frage? Hast Du Dein Foto der Fotos gemacht, oder geht es Dir so wie mir, dass immer das nächste Foto das wichtigste ist. Mit dem Gruß vom Volk der Jäger und Sammler. Ich blicke meinen Ansprüchen nach auf ein beständiges Portfolio, meine aber, dass entsprechend obigem Satz noch viele ungesehene Motive zu entdecken und zu dokumentieren sind. Die unerschöpfliche Schönheit. Wunderbar und faszinierendes Motiv!

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Fotos und Text - Beziehungen (57)

karto jeans hintern   Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Sinn und Zweck unseres Daseins scheint vordergründig die Arterhaltung der Gattung Mensch zu sein. Läuft doch fast alles darauf hinaus, könnte man meinen. Schon immer hat mich die Frage nach dem "Warum?" nicht nur beschäftigt, sie hat mich viele Minuten meiner Stunden, Stunden meiner Tage, Tage meiner Jahre gekostet. Dramatisch ausgedrückt hat mich diese Frage einen Teil meines Lebens so sehr beschäftigt, dass ich in dieser Zeit fast abgemeldet von der Realität nicht am regelmäßigen Leben teilnahm.
"Warum wurden diese Worte gesagt, diese Tat vollbracht oder diese Dinge nicht getan?" so lauteten die Fragen in mir, die ich stets versuchte zu lösen - zu lösen im Kreise meiner Freundinnen und Freunde, mehr aber noch in vielen Texten, die ich vornehmlich mit Hand verfasste. Das war schon im 5. Schuljahr so, und sollte bis heute bleiben. Nur die Handschrift ist dem Tippen gewichen.
Was ist also der Mehrwert in unserem Leben und welchen Stellenwert nimmt die Beschäftigung mit der Fotografie allgemein und die schöner Vergänglichkeit im Besonderen ein?
Da wir nur eine begrenzte Anzahl von Tagen hier auf diesem Sonnentrabanten verweilen, sich dies einer so zumindest ausgedacht hat, ist die Überlegung anzustellen, wie ich die Tage verbringen möchte. "Jede Zeit hat ihre Dinge!" So heißt es irgendwo.
Ich widme mich also der Fotografie der schönen Vergänglichkeiten. So, wie eine Blüte und ein Baum vergänglich sind ist es unser Körper ebenso, allein die Geschwindigkeit ist von außen betrachtet sehr unterschiedlich. Schneller dahin geht unsere Anmut im Auge der Schildkröte wie unendlich langsam in den Augen des Schmetterlings. Doch meist sehen wir uns nur durch unsere Augen.
Neben den anderen Inhalten des Daseins beansprucht das Hobby mit dem Anspruch einer Selbstverwirklichung einen weiten Raum im Leben des Fotografierenden, was dazu führen kann, dass andere Elemente des Lebens höchst wahrscheinlich kürzer treten werden. In wie weit das positiv zu bewerten ist, soll jeder mit seinen "Mitmenschen" beschließen. Genausoviel Zeit beansprucht diese momentan ausgeführte Teilnahme an der Blogcommunity. Lesen und schreiben wir nicht eine Menge Zeit herunter hier? Besser als Television? Vermutlich!
Verfahren wir also in unserem Dasein allesamt mehr oder weniger gleich auf der Leiter der Evolution? Halte ich mich einmal nicht mit solchen Kleinigkeiten und Haarspaltereien wie unterschiedlichen Motiven auf, so ist für mich die Fotografie die Dokumentation des Menschlichen. Hier sind Absender und Adressat gleichermaßen gewichtet. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, die Fotografie ist die Dokumentation des menschlich Möglichen. Schließlich kann jeder Mensch alles, was ihm vor Augen schwebt, ablichten und öffentlich machen. Selbst Ideen kann er "fotografieren", wenn er die Kunst des "GIMPENS" beherrscht.
Eine Bewertung dessen kann hier nicht erfolgen, denn es wäre nur ein Abklatsch der gesellschaftlichen Konventionen, gepaart mit persönlichen Präferenzen und gesetzlichen Vorgaben.
Allein bei der Fotografie, dieser einen Variation der vielen menschlichen Betätigungsfelder finden sich unendliche Facetten der Lebensinhalte jenseits von Arterhaltung. Die allzeit notwendige Kommunizierung dieser Beschäftigung, die für fast alle Hobbys der Menschheit fundamentaler Baustein des Lebens ist, erfolgt über einfache mediale Wege, die niemals so leicht zu beschreiten waren, wie heute im Netz.
Was ich auch tue, wenn ich einem Sinn auf der Spur bin, es wird immerzu ein Teil einer Aufgabe sein, die wir uns selber auferlegen, deren Ziel uns nicht immer vor Augen liegt. Wir verwenden dazu unser Leben und sogar einen Teil des Lebens unserer Mitmenschen. Die Schleife dazu finde ich in der Kommunikation der Ergebnisse, die letztendlich nur wieder dem Wunsch nach Gemeinsamkeiten und Sozialisation Rechnung trägt. Der Mensch, ein sozialer Egoist.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Körperformen in der Kunst(geschichte) (48)

modo jeans hintern   Mies-Vandenbergh-Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Syssiphus lässt grüßen
Die Schönheit lässt mich mal wieder zum Stifte greifen. Ja Stifte, denn einen Teil der Texte kann ich mit meinem "Pen" ins "Note" eingeben. Geht ganz gut. Doch zum Eigentlichen: Schönheit war in meinen letzten Schriften ein wesentliches Thema. Über den Inhalt der Bücher, die ich darüber gelesen habe und lese, habe ich mit einigen Menschen eine rege Disskussion beginnen können. Deren Verlauf möchte ich hier gerne in Teilen wiedergeben. Der Sinn und Zweck dahinter liegt in meinem grundsätzlichen "Hinterfangen", die ehrenwerte Gesellschaft heimlich immer wieder in Frage zu stellen und Unruhe in Form von Gedankenspielen zu stiften. Der gesellschaftskritische Leser mag also gespannt weiterlesen, der interessierte Leser kann sich aufrütteln lassen.
"Schönheit ist relativ". Sagt wer? "Man"! (mit einem "m") Die Gesellschaft ist "man". Also wir alle? NEIN! Dazu komme ich gleich. Welche Kräfte sind es denn, die feststellen, dass Schönheit relativ ist? Du? Ich? Die Medien? Die Trendsetter der Zeitschriften und Magazine, die Anbieter der Konsumgüter oder die Kunden der Werbeargenturen, die sich nur nach ihrer Zielgruppe, also uns, richten. Spielen die (nicht mehr ganz so) neuen Medien eine Rolle bei der Festlegung des Schönheitsmaßstabes?
Über den Einfluss der Bilderflut von manipulierten Fotos in allen Medien habe ich schon vorher spekuliert, wie diese uns selber manipulieren ebenfalls. Worum geht es also jetzt? Ich stelle die Frage nach den Trendsettern! Wer genau diktiert zum Beispiel, dass nahe der Magersucht stehende, knapp über 14 Jahre alte Modelle das Ideal der Schönheit verkörpern? Was erzeugt ein Gesicht mit deutlichem Kindchenschema im Betrachter, bei der nach jugendlich-schlanker Schönheit suchenden Masse der visuellen Wesen? Bei Männern als Zielgruppe leuchtet es vielleicht jedem ein. Männer sehen gerne "schöne" kompatible Wesen vor sich, um dem Sinn der Menschheit Rechnung zu tragen, nämlich deren Erhaltung mit möglichst idealem Erbgut fortzuführen. So trivial mag es einerseits sein, doch ich frage andererseits, warum es temporal (im Laufe der Menschheitsgeschichte), regional (gebietsbezogen) und ethnisch (je nach Glaubensauslegung) bei den vielen Vorlieben der Menschen mal in die eine Richtung (schlank) und mal in die andere Richtung (füllig) schwenkt. Kann es nur eine Modeerscheinung sein? Ist gerade schlank in, und wechselt das, sobald wir uns daran satt gesehen haben? Dazu ist es für mich wichtig zu beleuchten, wie die Entwicklung und Veränderung in der Vergangenheit von statten ging. Um es vorweg zu nehmen, es könnte in der Tat eine Modeerscheinung sein.
Beginnen werde ich mit der Darstellung und Veränderung des Ideals in den Epochen der letzten Jahrhunderte. Ich orientiere mich anhand der bildenden Kunst und der niedergeschriebenen Erkenntnisse verschiedener Autoren. Der Tenor dieser Betrachtung widmet sich erneut dem weiblichen Geschlecht. Die Gründe dafür habe ich im Vorfeld schon hinreichend benannt.
Welche Epochen haben mir auf meiner Reise besonders viele Beispiele für die Beschreibung eines Ideals beschert? Auf das (1.) Altertum konnte ich hier schon eingehen. Dort beginnend folge ich den Epochen mit bedeutenden Malern, von denen ich eine Darstellung des Körpers fand.
313 frühchristliche Kunst
450 750 Merowingische Zeit   Beginn der Buchmalerei
750 950 Karolinger Sakramentar Karls des Kahlen
950 1050 Ottonik Fresken der Kirche St. Georg in Oberzell (Reichenau)
1050 1200  Romanik  Gemälde an Kirchenwänden und Plastiken an 
                     Kirchenfassaden
1140 - 1200 Frühgotik  Glas- und Altarmalerei
1200 - 1300 Hochgotik
1300 - 1400 Gotik, beginnender Naturalismus, Siennensischer Einfluss
( Giotto - Das letzte Gericht)
1400 - 1500 Realismus Spätgotik Bürgertum

Hubert van Eyck 035
(Hubert) Jan van Eyck - Kathedrale St. Bavo (vor 1426-1432)
Retable de l'Agneau mystique
Jan Van Eyck s.o.
GardenED
Hieronymus Bosch - Der Garten der Lüste (zwischen 1480 und 1505)
1400 - 1510 Frührenaissance 
File:Study for the Kneeling Leda.jpg
Leonardo da Vinci - Kniende Leda (1505-1507)
1500 - 1530 Hochrenaissance
Durer Adam and Eve
Dürer - Adam und Eva (1507)
Jan Gossaert 008
Jan Gossaert (1516)
 Galatea Raphael
Raffael - Galatea (1512)
Lucas Cranach d.Ä. - Das Urteil des Paris
Lucas Cranach d.Ä. - Das Urteil des Paris (1528)
1530 - 1550 Manierismus
Hans Baldung - The Seven Ages of Woman - WGA01191
Hans Baldung Grien - Die sieben Lebensalter des Weibes (1544)
Hans Baldung 026
Hans Baldung Grien - Zwei Hexen (1523)

1530 - 1560 Subjektivismus
Venus and Adonis by Titian
Tizian - Venus und Adonis (1553)
1520 - 1600 Spätrenaissance
File:Leda.jpg
Michelangelo (Buonarroti) - Leda (1530)
1520 - 1580 Spätrennaissance Tragik
Tintoretto - Penitent Magdalene - Google Art Project
Tintoretto - Büßende Magdalena (1598 - 1602)
File:Jacopo Tintoretto - Women Playing Music - WGA22668.jpg
Tintoretto - musizierende Frauen (1550-1582)
1580 - 1630 Frühbarock
El Greco 042
El Greco - Hochzeit zu Kana (um1610)
Michelangelo Merisi da Caravaggio, Saint John the Baptist (Youth with a Ram) (c. 1602, Yorck Project)
Michelangelo Merisi da Caravaggio - Hl. Johannes der Täufer (1602)
1630 - 1730 Barock Klassizissmus
Rembrandt Harmensz. van Rijn 151
Rembrandt Harmensz. van Rijn - Susanna (1636)
RokebyVenus
Diego Velázquez - Venus vor dem Spiegel (1647-1651)
The Three Graces, by Peter Paul Rubens, from Prado in Google Earth
Peter Paul Rubens - Die Drei Grazien (um 1635)
1680 - 1720 Barock
Antonio Bellucci - Danaë - WGA1846
Antonio Bellucci - Danaë (1700-1705)
1730 - 1780 Rokkoko
Boucher Diane sortant du bain Louvre 2712
Francoise Bucher - Diana nach dem Bade 1742
1730 - 1820 Spätbarock
Odysseus und Penelope (Tischbein)
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein - Odysseus und Penelope (1802)
1770 - 1850 Romantik (C.D.Friedrich, W.Turner)
Francesco Hayez 004
Francesco Hayez - Badende (1832)
Carl Spitzweg 004
Carl Spitzweg - Badende Nymphe (1855)
1830 - 1880 Realismus (Max Liebermann)
Gustave Courbet - Lot and His Daughters - WGA5455
Gustave Courbet - Lot und seine Töchter (1844)
1850 - 1900 Impressionismus (Monet Kandinski Nolde)
File:Jules LeFebvre - Jeune peintre des masque Grec, 1865.jpg
Jules LeFebvre - Jeune peintre des masque Grec, (1865)
Henri Rousseau 004
Henri Rousseau - Der Krieg (1894)
Renoir Nude c.1872
Pierre-Auguste Renoir - Nackte (1872)
Paul Cézanne - Baigneuses (Metropolitan Museum of Art)
Paul Cézanne - Badende (1875)
1890 - 1910 Jugendstil Pointilismus (Klimt Seurat Van Gogh)
File:Georges Seurat - Les Poseuses.jpg
Georges Seurat - Les Poseuses (1888)
1907 - 1915 Kubismus (Picasso Braque)
1900 - 1930 Expressionismus (Van Goch Gogin Nolde)
1922 - 1930 Surrealismus (Dali Magritte)
1920 - 1940 Art Deco
1920 - 1970 Moderne (Warhol Lichtenstein Hundertwasser)
1950 - 2000 Postmoderne
1990 - 2013 Gegenwart
Anhand der Malereien lässt sich eine Tendenz der jeweiligen Zeit ablesen. Ich habe diese Bilder stellvertretend für mehrere Bilder der Epoche ausgewählt, es lassen sich viele Hundert mehr Bilder finden, die sich als Zeitzeugnis für die Richtung, das Verständnis von Schönheit heranziehen lassen.  Über die Körperform könnte man folgende Entwicklung in einem Diagramm darstellen:
Diagramm Körpervoumen
Wie es weiter geht, das werden unsere Kinder gestalten. Klären wir sie auf!
PS. Alle Bilder von Gemälden sind gemeinfrei!

Samstag, 6. Dezember 2014

Körper - Aquarelle (46)

Schon früher habe ich über die Formen des menschlichen Körpers nachgedacht und die Berichte über die von Sozialwissenschaftlern und Forschern durchgeführten Beobachtungen und Experimente gelesen oder mehr noch verschlungen. Vom Aussehen der hübschen Mädchen an unserer Schule inspiriert und vor dieser Zeit erstmalig mit dem anderen Geschlecht in Berührung gekommen - zur Zeit der Grundschule - kamen die wohl von nahezu jedem Kind oder Jugendlichem erlebten "Doktorspiele" vorab zu meinen ersten Erfahrungen. Wir wohnten in einem Mehrfamilienhaus mit 10 Parteien, unter denen neben uns noch zwei Familien mit Kindern unseres Alters lebten. Da wir uns gut kannten, kamen wir einmal dazu, im Zuge der Entdeckung unserer Geschlechter, dies doch mal genauer zu untersuchen. So verabredeten wir uns nachmittags im Partykeller, um dort heimlich vor den Erwachsenen verborgen, zu betrachten, wie es beim anderen aussieht. Zu fünft mit zwei Jungs und drei Mädchen sahen wir nun liegend auf einem Sofa nach, wie es denn aussah. Das Bild von Rembrandt van Rijn "Die Anatomie des Dr. Tulp" könnte da fast eine Kopie der Situation darstellen! Völlig ohne irgendwelche Hintergedanken gaben wir unserer Neugier nach und in der Zeit nach diesem Abend gingen wir alle mit zwar einem leichten Lächeln, aber insgesamt ganz normal - wie vorher - freundschaftlich miteinander um.
Gruppe
Nach diesen spannenden Erlebnissen kamen die Zeiten der Oberschule und das sollte die Entwicklung meines Verständnisses von Beziehungen zum anderen Geschlecht prägen. Dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr.
Ich sah gerne die Mädchen an und ich habe schon immer auf die Proportionen geschaut. In wie weit das bei anderen Jugendlichen der Fall war entzieht sich meiner Kenntnis. Bei meinen Freunden war es unterschiedlich, es waren die Gesichter wichtig, der Busen, die Erscheinung oder die Figur. In diesem Alter wechselten unsere Vorlieben häufiger, wenn man das überhaupt so beschreiben kann. Ich meine, am wichtigsten war für uns damals das Gesicht. Ich habe aus meinen damaligen Tagen alte Aufzeichnungen durchgesehen und ich erinnere mich ebenso daran, dass ich schon damals sehr viel Wert auf den "Verlauf" legte, wie ich es beschrieb. Ich meinte damit genau die Körperregion von den Oberschenkeln bis zur Hüfte. Ich war und bin noch immer von diesen Linien fasziniert. Ausdruck habe ich dem schon immer in Form der Fotografie gegeben, doch vor einigen Jahren zusätzlich damit begonnen, in der Malerei eine Darstellungsform für die Wiedergabe der Faszination zu finden oder besser gesagt damit meine Vorstellung davon zu manifestieren. Bilder als Ausdruck einer Odyssee der inneren Reise zwischen eigenen Vorlieben und Wünschen, dazu die Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens, das keineswegs je mit dem 18. Lebensjahr abgeschlossen wurde. Selbst im Alter von Ü40 entwickelt sich die Sichtweise weiter, vermutlich wird es wie das Gesamtbild ein Teil des Lebenswerkes.
Hier wiedergegeben habe ich zwei Bilder in der Aquarelltechnik, in denen die Farbe Sienna dominiert. Die Formen und Linien beschreibend habe ich eines der Bilder monochrom gemalt, das andere fast monochrom. Bei der Ansicht soll der Betrachter auf sein eigenes Vorstellungsvermögen zurückgreifen, ohne dass ich eine detaillierte Bildaussage vorgeben möchte. Einzig die Linien sind deutlich gemalt, die Formvollendung findet in der Gedanken- und Gefühlswelt des Betrachters statt. Ich sage mit den Bildern aus, was ich für mich selbst in ihrem Motiv erkenne, soweit ich die Fertigkeit zur Umsetzung dessen beherrsche; bei jedem Menschen kommt es in Folge der eigenen Idee von Schönheit und Kunst zu einer Differenz oder Vielfalt in der Botschaft des Bildes. Lasse ich also die Bilder wirken.
soli kl
Zur Aussage der bildenden Kunst möchte ich meine Erfahrung bei der Fertigung von kleinen Skulpturen erzählen, das in einem der nächsten Beiträge. Ich habe die Skulpturen nach einem Bildnis in meinen Gedanken gearbeitet.