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Mittwoch, 23. Dezember 2015

Perspektiven und Blickwinkel (67)

Zur Veranschaulichung unterschiedlicher Blickwinkel und Perspektiven habe ich eine Reise an die Mosel nach Bullay zum Brautrock - Brunnen der Stadt gemacht. Die Skulptur des Brunnens hält mit etwas Abstand einen Brautrock vor sich, während der Körper der Bronze-Statue unbekleidet dargestellt ist. Ferner wurde die Frauenfigur vom Künstler mit einem ausgeprägtem Hinterteil ausgeformt, welches ich - und jetzt wird es spannend - je nach Perspektive für äußerst wohlgeformt erachte. Aber dazu kann sich jeder Betrachter selbst ein Bild machen!
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Wie deutlich zu erkennen ist, ändert sich scheinbar die Form des Hinterns mit jeder Veränderung des Sichtwinkels. Faktisch ist es natürlich nicht so bei der in Bronze gegossenen Statue, doch was aus einer Richtung einen wohlgeformten Po erahnen lässt, ist aus schon leicht verändertem Standpunkt nicht unbedingt mehr so!
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Dieses Beispiel lässt nun bei seiner Übertragung auf die Fähigkeit des Fotografen sehr schön verdeutlichen, welchen Einfluss die Auswahl des Blickwinkels und der Perspektive auf die Darstellungsqualität hat. Am Beispiel dieses Brunnens ist wunderbar nachzuvollziehen, wie die Perspektive aus einem Motiv, und hier ist es das Aussehen, die Figur eines Menschenabbildes, eine "schöne" Abbildung erzeugen kann oder auch nur eine Aufnahme eines vermeintlich nicht so schönen Motives. Das lässt sich einfach auf fast alle Motive übertragen.
_MVD0457 _MVD0456 _MVD0455 _MVD0454 _MVD0453 _MVD0452  _MVD0451
_MVD0450So ist der Modelfotograf mit der Fähigkeit, diese Proportionen, die das Aussehen jeder Person ausmachen, zu erkennen sowie  entsprechend wieder zu geben, ein Künstler auf seinem Gebiete. Wie schwer das ist, kann auf den einschlägigen Portalen (hier bei wordpress, 500px, flickr, u.a.) nachvollzogen werden!
Für mich stellt es eine spannende Herausforderung dar, wenn ich ein Modell fotografiere, dessen Figur und Aussehen nicht mit der einer Milla Jovovich oder eines Ralf Bauer zu vergleichen sind und damit aus fast jeder Perspektive eine "gute Figur abgeben". Ich meine, dass es dem herausragenden Fotografen gelingen sollte, die "Schokoladenseite" seines Models zu erkennen und diese in den Bildern zu verewigen.
Beim Körper wie beim Gesicht kann manchmal viel besser angeschnitten fotografiert werden, oder nur Teilansichten eines Menschen, als die Gesamtansicht, um besondere Charakterzüge fest zu halten. Für diese Beobachtungen und Aufnahmen sollte man sich selbstverständlich gemeinsam mit seinem Modell genügend Zeit nehmen.

Seit wann suchst Du das Bild Deiner Bilder? (66)

raico jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Was bleibt Dir aus den Jahren Deiner Fotografie? Du hast in Deinem Leben, mit Deinem Wirken während Deinem Besuch hier auf diesem Planeten diesen mit - gestaltet, -geformt, -verändert, -verbessert, -zerstört, -gerettet ...!
Die Fotografie als eine Deiner Passionen hat Dich einen Teil Deines Lebens beschäftigt. Welcher Ergebnisse kannst Du Dich bewußt erinnern? Welches Maß aus Deinem Handeln - sowohl innerhalb und wie auch außerhalb Deines direkten Wirkungskreises - erreichte Deine Intuition für's Erstellen deiner Bilder?
Gibt es ein fotografisches Werk, auf das Du zurück blicken darfst, oder existiert eine wilde Sammlung von Fotografien? Welches Gefühl erzeugt dieser Rückblick in Dir? Gleichgültig, ob hochgelobt oder geflissentlich ignoriert durch die (fehlenden) Betrachter aller Couleur blickst Du unverhohlen auf Deine Arbeit. Was bleibt?
Wann begann Deine Karriere in der Fotografie?
Meine begann vermutlich schon zu einer Zeit, in der ich selbst außer einer Linse vor mir noch nicht viel erkennen konnte. Mein Vater fotografierte schon weit vor meiner Geburt und erst recht nachher. Ich mutmaße daraufhin einfach mal, weil Kinder schon weit vor ihrem Verständnis von den Zusammenhängen des Lebens durch bestimmte Verhaltensweisen geprägt werden, dass ich schon früh infiziert wurde mit dem Virus der Lichtbilder-Begeisterung. Wurde ich bestimmt!
Bilder aller Art spielen in unserem Leben bekanntlich eine vordergründig und mehr noch hintergründig wichtige Rolle. Ob als Lernhilfe für Kinder oder als Erklärung zur Worthülse für Erwachsene. Wie viel schneller erfassen wir alle einen Bildinhalt, als den Sinninhalt eines geschriebenen Satzes. Als visuelles Wesen mit unseren Augen, unserem einflussreichsten Sinnesorgan, üben Bilder eine starke Wirkung auf unser Leben aus, denn sie erzeugen fast immer sogar eine direkte körperliche Reaktion.
Mich vereinnahmte das Malen mit Licht schon im Jahre 1978, in dem ich meine erste eigene Kamera erhielt. Ich fotografierte meine Freundin und die Ausflüge unseres Vereines, dabei vornehmlich meine Vereinskollegen und Freunde.
Als ich etwas später eine Spiegelreflexkamera mein eigen nennen durfte, fotografierte ich bei vielen Gelegenheiten, wie zum Beispiel Klassenfahrten, Tiere (liebend gerne Enten) oder einfach in der Schule. Viele Fototouren mit Freunden in umliegende Städte von Düsseldorf schlossen sich an und wir lernten viel von unseren Versuchen. Da früher jeder Film und jedes Foto mit Folgekosten belegt war und ich als Schüler nicht die üppigen Gelder zur Verfügung hatte, mussten wir unsere Motive immer gut auswählen. Ob es besser oder schlechter fürs Erlernen der Fähigkeit zum fotografischen Sehen war, sei dahingestellt.
Doch die Menschen als Motiv haben es mir schon immer angetan, das habe ich schon häufiger erwähnt, denn früher habe ich gerne als junger Mensch - neben anderen Motiven - immer wieder Mädchen fotografiert.
Von der Anzahl der Negative, deren Digitalisierung auf sich wartet, ist der Großteil ehrlich mit den Worten "unter ferner liefen" zu betiteln. Einer möglichen Veröffentlichung sehen nur die allerwenigsten entgegen. Was aber die Essenz der langjährigen Fotografie angeht, so meine ich, dass wir Fotobegeisterte am meisten durch die Ausübung unserer Passion selbst gelernt haben. Das fotografische Sehen für sich hat sich durch die digitalen Aufnahmetechniken nicht erleichtert. Auch die zwangsläufig entstandene Bilderflut auf unserer steigenden Anzahl externer Festplatten vereinfacht die Kunst des Sehens beileibe nicht. Vielleicht die direkte Bildkontrolle lässt uns die Chance auf eine zweite Auslösung, nämlich bei misslungener Erstauslösung, und nur dann, wenn die Situation nicht schon längst vorbei ist. An eine grundsätzliche Verbesserung der Qualität der eigenen Fotos rein durch die Digitalisierung glaube ich persönlich nicht.
Mit der Innovation der Aufnahmetechniken (Digital) wurde ich erst einmal ein Stück weit ausgebremst. So kam ich mir zumindest vor, als ich durch die neue Technik viel Lehrgeld bezahlen musste. Irgendwann wurde es dann besser. Was durch meine individuellen, analogen Erfahrungen entstanden ist, das konnte ich mit entscheidenden, kleinen Differenzierungen uneingeschränkt weiter verwenden. Die Technik macht uns immer noch nicht sehender, es bleibt uns weiterhin nur unser Auge. ;-)
Und dennoch! Nicht allein Erfahrungen ermöglichen ein gelungenes Foto, zwar oft schneller oder auch wahrscheinlicher aber nicht immer. Manchmal kommt es vor, dass diese Erfahrungen einem einen wertvollen Hinweis und damit Vorteil gegenüber einem weniger erfahrenen Fotografen in einer brenzligen Situation verschaffen. Andererseits beweisen die Blogger auch hier auf dieser Plattform, dass hervorragende Aufnahmen nicht ausschließlich von Profi-Fotografen stammen. Für mich ist es manchmal ein sehr beruhigendes Gefühl auf meine Erfahrungen zurück greifen zu können.
Und die anfänglich gestellte Frage? Hast Du Dein Foto der Fotos gemacht, oder geht es Dir so wie mir, dass immer das nächste Foto das wichtigste ist. Mit dem Gruß vom Volk der Jäger und Sammler. Ich blicke meinen Ansprüchen nach auf ein beständiges Portfolio, meine aber, dass entsprechend obigem Satz noch viele ungesehene Motive zu entdecken und zu dokumentieren sind. Die unerschöpfliche Schönheit. Wunderbar und faszinierendes Motiv!

Wo stehst Du in 5 Jahren? (65)

spira jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
In welcher Zeit möchtest Du was erreicht haben?
An welchem Punkt Deiner Aufgabe stehst Du jetzt und bis wann möchtest Du was abgeschlossen haben?
   Diese und ähnliche Fragen stelle ich mir - hin und wieder, wenn mir ein Zustand länger erscheint und ich einen Fortschritt herbei ersehne. Mit Fortschritt meine ich den aktuellen Stand der Projekte im Hinblick auf deren Abschluss, deren Ablauf und Dauer ich im Vorfeld mit einer bestimmten Größe geplant habe, deren Verwirklichung aber doch längere Zeit in Anspruch zu nehmen scheint. Nur ein wenig begreife ich dabei die tägliche Schnappschuss-Fotografie oder jene über die nächsten Jahre geplanten fotografischen Vorhaben.
   Grundsätzlich möchte ich von der festen Annahme ausgehen, dass sich jeder ernsthafte Fotograf im Verlauf seiner Tätigkeit einer Entwicklung gegenüber sieht. Ob nun im Detail geplant oder im Laufe der Zeit während der eigenen Arbeiten stellt sich diese Entwicklung mal schneller mal langsamer ein. Ich bin der Ansicht, dass sich diese Fortschritte bei eigener Beobachtung durchaus nachvollziehen lassen, dies besonders gut an den Fotografien, mehr noch als an der eigenen Arbeitsweise.
   Des Weiteren erkenne ich meine Entwicklung an einer Verschiebung der Themen in meiner Fotografie. Im Anfangsstadium war es eine recht undifferenzierte Ansammlung von Fotos aller möglichen Themenbereiche. Ein Ausnahmefall war und ist die stetige Fotografie von -in meinen Augen- außergewöhnlichen Menschen, besonders gerne Frauen als das wirklich schöne und faszinierende Geschlecht. Im Gesamten betrachtet waren es jedoch Fotos von Gebäuden, Tieren, Landschaften, Pflanzen und Menschen. Bedingt durchs Segeln seit frühester Kindheit immer wieder Segelboote und Segelschiffe.
      Im Laufe der Jahre kamen immer wieder neue Motive dazu, vertraute Motive schritten in den Hintergrund. Von einem erkennbaren roten Faden kann bei mir(außer bei den Menschen) nicht die Rede sein. Hinzu kommt natürlich die Tatsache, dass ich kein Berufsfotograf bin. Das Leben "nebenher" fordert meine Ressourcen in Form von Liebe, Familie, Arbeit, Wohnen und Gesellschaft, die ich selbstredend gerne gebe, die mir daneben noch die Zeit und Lebensenergie für die Fotografie spendieren.
   Mein Ziel in Sachen Fotografie definiere ich heute in der Darstellung von Schönheit im Sinne von Gefallen. Nicht allein die Schönheit der Weiblichkeit stellt mein Portfolio zu Tage, weitere Motivauswahlen stellen sich dazu, einen Anteil daran ist hier zu betrachten.

Welche Ziele verfolgst Du? (62)

reho jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Ziele der Fotografie!
Welche Ziele verfolgst Du mit Deiner Fotografie?
   Diese Frage ist mit einigen wenigen Worten für mich zu beantworten. Die Ziele meiner Fotografie sind für jede Richtung, jedes Thema, dem ich mich widme, ähnlich, wenn auch nicht gleich gelagert. Als Ziel meiner Fotografie ist zuvorderst die Dokumentation zu formulieren. Mir ist es wichtig, "Dinge" im Bild festzuhalten, die mir in meiner Umgebung auffallen, die mir Gefallen.
   Es sind vor allem Menschen, die ich interessant finde. Mein Ziel umschreibe ich mit den Attributen Anmut, Schönheit und Natürlichkeit. Eines meiner Ziele, besonders harmonische Körper und für meine Idee eines schönen Menschen beispielhafte Fotografien zu erschaffen, korrespondiert mit dem Ziel der Darstellung von Menschen mit hervorzuhebender Ausstrahlung und natürlicher Attraktivität. Eine bewusste Konzentration der Fotos auf den schönen menschlichen Körper hat sich in meiner Fotografie schon immer abgezeichnet. Das soll nicht bedeuten, dass ich mich ausschließlich der Körperfotografie verschrieben habe, nur in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten habe ich viele Gesichter aufgenommen, aber niemals einen Model-Release zur Unterschrift parat gehabt.
   Da jeder Mensch ein anderes Verständnis von Schönheit besitzt, stellen meine Fotos nur eine Ausdrucksmöglichkeit für mein Verständnis von Schönheit dar. Mit meinen hier gezeigten Fotografien verfolge ich als Ziel die offene Darstellung von alltäglichen, wiederkehrenden Ansichten wohlgeformter Körper. Zu zeigen, welch zauberhafte Wesen um uns herum verweilen, ist ein Antrieb für meine Fotografie.
   Als Mann sind es für mich die Frauen, welche die Schönheit in besonderer Form verkörpern, wenngleich es auch ebenso schöne Männer sind, welche die Frauen betören können. Mein Ziel ist es nicht, eine unendliche Zahl verschiedenster Formen symmetrischer Hintern zusammen zu stellen, sondern mit den Fotos einer Begeisterung Ausdruck zu geben, die jede Betrachterin und jeden Betrachter dazu ermuntern soll, Körperlichkeit als harmonische und natürliche Wesentlichkeit ihrer selbst zu empfinden.
   Dass die äußere Schönheit schon zu allen Zeiten und in allen Kulturen einer besonderen Bedeutung unterlag, ist vielfach dargelegt worden. Auch wenn es dabei - je nach Zeit und Kultur - immer einen Konsens darüber gab, was attraktives Aussehen ausmachte, wie es diesen auch heute selbstverständlich gibt, so erachte ich meine Fotos diesem nur bedingt unterzogen. Ich richte mich zumindest bewußt nicht nach allgemeingültigen Maßgaben. Wenn auch ein Einfluss durch jahrelange Prägung nicht zu leugnen ist, so behaupte ich doch durch eine gezielte Auseinandersetzung mit der Materie einen gewissen Abstand gewonnen zu haben.
   Neben dem Ziel für mich selbst, nämlich herauszufinden, welche Körperformen welchen Einfluss auf mich haben, möchte ich mit meinen Bildern einen Teil der unendlichen Vielfalt der Körper aufzeichnen, die uns auf der Straße jeden Tag begegnen.

Samstag, 27. Dezember 2014

Ausweg Schönheit? (59)

hck jeans hintern   Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
"Another Day - Another Way" oder wie es Konrad Adenauer mal sagte: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern..." "Auf die inneren Werte kommt es an!" Soooo So.
   Nur die Schönheit wird gerne gesehen. Wer sieht gerne in Durchschnittsgesichter? Was sind "Durchschnittsgesichter? Bei einem Partner-Findungs-Versuch eines Forscherteams unter Mitwirkung von 1200 Studenten blieb kein(e) einzige(r) ohne ein "Kennenlernen-Wollen-Kärtchen" nach Sichtung von je nur zwei Fotos jedes möglichen Date-Partners. Im Volksmund hieß es früher so: "Jedem Topf sein Deckelchen." Doch ein anderer Versuch zeigte ein Ergebnis mit anderer Aussage.
   Identische Bewerbungen wurden zugrunde gelegt. Mit dem selben Gesicht wurde einmal mit jeweils hübscher wirkenden Manipulationen und eher unterdurchschnittlich wirkenden Manipulationen Schindluder getrieben. Diese Unterlagen wurden an eine hohe Zahl von Personalentscheidern zur Bewertung ausgegeben. Das Ergebnis war wie erwartet. Den scheinbar attraktiveren Bewerbern wurden durchweg bessere Qualifikationen attestiert. Wohlgemerkt, es waren identische Unterlagen mit nur anderen Fotos!
   Nix mit inneren Werten. Und wir? Wir sind alle ganz anders! Ich fürchte, dass dem nicht so ist. Beispiele? Gerne.
♡ Wir Männer gehen gerne in die Bäckerei mit der Backereifachverkauferin, die jeden Morgen ein so liebreizendes Lächeln an den Tag legt.
♡ Wir Männer sind viel lieber im Bistro am Brunnen, in dem die Bedienung mit der tollen Figur uns unseren Latte Macchiato serviert.
♡ Wir Männer sehen uns im Fernsehen doch nur deshalb das Beachvolleyball - Spiel an, weil die Sportlerinnen dazu genötigt werden, äußerst figurbetonte Kleidung zu tragen.
♡ Frauen sehen viel lieber den gutgebauten Bademeister, als einen, der gerne mal ein Bierchen seinem Bauche zuführt.
♡ Frauen gehen lieber in die Bar, in der der adonishafte Schönling die Cocktails mixt.(aus Gastronomie heute)
♡ ...
   Diese Liste ist noch viel weiter zu vervollständigen, wir können jeder ein paar weitere Beispiele finden. Aussehen, besonders gutes Aussehen wird weiterhin offensichtlich unter Wert gehandelt, inoffizieller Tenor ist mit der heimlichen Verpflichtung zur stetig zu steigernden Attraktivität das genaue Gegenteil. Ich selbst gehe, wie vorher schon mehrfach erwähnt, ebenso lieber dahin, wo es nicht nur schöner ist, sondern auch lieber dahin, wo die schöneren Menschen sind. So wie ich attraktive Menschen lieber sehe. Ich meine, dass es bei der Mehrzahl der Menschen ähnlich ist. Daher die Erfolge der schönen Schauspieler(innen) und Sänger(innen).
   Somit ist die Diagnose eindeutig. Und die Therapie? Sollen die Männer auch in diesen Schönheitskult geführt werden. Die Kosmetikindustrie mit ihrem zweistelligen Milliarden-Gewinn sähe dies gewiss gerne. Mit Haarfärbemitteln extra für den Mann, bei dem außer der Verpackung die Handschuhgröße der einzige Unterschied zum Frauenhaarcolorant ist. Wäre es nicht sinnvoller, man führte eine Kampagne der Aufklärung, um der Frau durch Einsicht und vor allem männliche Unterstützung den Rücken dahingehend zu stärken, das das Leben für die moderne Frau im 21. Jahrhundert nicht mehr zu einem Spießrutenlauf durch Schönheitsparcours mannigfaltiger Ausartungen führen muss. Ich finde ja.
   Wer jetzt moniert, ich trüge mit meiner Art der hier ausgestellten Fotografie eher zum Gegenteil bei, dem sei folgendes gesagt: Meine Modelle sind ganz sicher nicht dick oder gar fett. Darauf kommt es auch gar nicht an, meine ich. Sie sind eher normalgewichtig, damit meine ich, weit weg von den gültigen Bodymaß-Indizes der Modelbranche. Natürlich sind es in meinen Augen wohlgeformte Körper mit harmonischer Linienführung. Doch derer gibt es viel mehr, als manchmal angenommen wird, dabei schließe ich nicht nur vom Aussehen des Gesichtes auf die Herkunft des wohlgeformten Körpers, der oft NICHT durch endlos wiederholte Fitnesstorturen oder schlimmeres erarbeitet wurde. Das versicherten mir die Modelle glaubhaft.
   Wenn jetzt der neueste Trend beim Manne schon das operative Einpflanzen von Barthaaren ist, so sehe ich das mit Sorge um die Menschen.

Montag, 22. Dezember 2014

Streetfotografie - Ähnlichkeiten (55)

spica jeans hintern    Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Bei einem Gang duch die Stadt sind die Gedanken üblicherweise nicht weit weg von den Möglichkeiten, die sich in der Stadt bieten. Der Grund des Besuches in der Stadt weist einem den Weg zum Ziel. Geht nun jemand in die Stadt mit dem Ziel, sich der Streetfotografie zu widmen, so sehen die kreisenden Gedanken ganz anders aus, als ginge es beispielsweise zu einem Bummel.
Schon zu Beginn kreisen die Gedanken um die Örtlichkeit, an die man sich begeben möchte, der Ort, der einen Erfolg bietet, nämlich am Ende des Tages mit einigen wenigen, gelungenen Fotografien nach Hause zu kommen. Streetfotografie als Thema ist nicht so weit gefasst, wie allgemeinhin angenommen wird. Szenen aus dem Alltag mit ungestellten Handlungen und ebenso unvermittelt abgelichteten Personen beschreibt dies Genre am ehesten. Alles Inszinierte kann nur dann, wenn es nahezu perfekt choreographiert wurde, als ungestellt durchgehen - wenn es nicht schon wieder zu perfekt ist. Aber es soll natürlich sein und so wirken. Bei der Streetfotografie ist es natürlich von entscheidender Bedeutung, Menschen mit auf die Aufnahme zu bringen, sonst wäre kein Leben im Sinne von Alltäglichkeit in der Bildaussage wieder zu finden. Stillleben könnte man das nicht beabsichtigte Ergebnos bestenfalls nennen oder eine Architekturaufnahme von unverständlichem Aussagewert käme heraus, würden die Menschen fehlen.
Menschen in allen möglichen Lebenslagen erfüllen das Foto mit Leben, und zeichnen ein Bild des Alltäglichen, wie es der Anspruch der Streetfotografie vorzugeben meint. Ein Portrait hingegen ist in der Regel kein Streetfoto, es ist schließlich ein Portrait. Doch gibt es immer wieder vereinzelte Portraitfotografien, die sich eher als Streetfoto zeigen lassen, als zu den Portraits gerechnet zu werden. Wenn der fotografierte Mensch nicht gerade in die Kamera lächelt, sondern behende seiner Tätigkeit nach geht, kann die Situation schon zwiespältig sein. Eigentlich gibt es keinen ernsthaften Grund, die Szene nicht dem Genre der Streetfotografie zu zu rechnen. In allzu engen Grenzen gefasst verliert meiner Meinung nach jedes Thema der Fotografie ihren Reichtum, ihre Vielfalt.
Meine in diesem Blog ausgestellten Bilder sind nichtsdestotrotz weit von der Streetfotografie entfernt. Sie werden zwar zum Teil auf eine ähnliche Weise fotografiert, wie die Bilder in der Streetfotografie gemacht werden, doch vom Motiv sind sie gänzlich anders und auch anders gemeint.
Aber die Herangehensweise ist sehr ähnlich, die Vorüberlegungen drehen sich gleichwohl um die Orte, an denen man fotografieren wird. In der Fußgängerzone der Stadt haben die Menschen Zeit. Es gibt dort einige Motive, deren Aufnahme sicher erfragt werden könnte. Spontan und meist ungestellt als Schnappschuss können hingegen oft eine natürlich anmutende Fotografie ergeben. Für meine Zwecke eignen sich beispielsweise Ampeln oder Bushaltestellen deshalb besonders gut, weil die Menschen den Augenblick der Ruhe vielleicht unbewußter genießen und gerne ungekünstelt hin und her flanieren. Dabei kann ich manches Mal die Formen sehr gut erkunden, die die Figur des Menschen ausmacht. Um geeignete Bilder für die Weitergestaltung zu erhalten (hier ist der Betrachtungswinkel wichtig) ist die Beobachtung der Menschen von entscheidender Wichtigkeit, es kommt darauf an, den gefälligen Blickwinkel zu finden, der das Motiv in möglichst angenehmer Art und Weise belichtet und dabei die Linien und Proportionen möglichst wohlgefällig abbildet. In der Ruhe gelingt es meist besser, als in Bewegung, jedoch nicht immer. Wechselt der Mensch immer wieder von einem Bein auf das andere, kann ich sehr interessante Blickwinkel vernehmlich der Form des Hinterns auf dem Film festhalten, die nebeneinander betrachtet sehr schön verdeutlichen, in wie weit der Blick des Betrachters den richtigen Zeitpunkt erfassen kann, um der Form gewahr zu werden, oder ob er daneben liegt, und der vielleicht schöne Hintern gar nicht entdeckt, sondern einfach verkannt übersehen wird.
Wie eigentlich auf alle Körperregionen übertragbar, und sogar auf alles Betrachtete im Leben, zeigt nur der bewusst hinsehende Mensch im Moment manchmal die einzigartige Schönheit des Wesens. Vereinfacht gesagt kann es die Pflanze in Blüte sein, das Tierbaby in Lauerstellung, der Mensch mit lächelndem oder auch bedachtem Gesichtsausdruck oder die Sonne nahe dem Meeresspiegel in alle Rotorangetöne des Farbkreises gehüllt. Jeder Mensch empfindet auch dabei anders, doch auch dabei finden sich die Vorlieben aller Betrachter in ihren Kreisen gerne wieder zum Austausch der Ideen.
Gehe ich also in die Stadt mit der Idee, Menschen mit einer nach meiner Vorstellung schönen Figur zu fotografieren, so ist dies eine der vielfachen Themenmöglichkeiten, die wir Menschen für uns auserkoren haben. Spannend ist es schon deswegen immer, weil ich dabei nie weiß, welche Motive ich überhaupt bemerken werde, und welche es davon einigermaßen scharf auf meine CF-Speicherkarte schaffen werden.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Vergänglichkeit der Hintern (51)

kio jeans hintern   Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Das Foto eines wohlgeformten Hinterns. Es befindet sich vor mir, ich sehe es an und denke:
Ein schöner Hintern! Ein gelungenes Foto! Im rechten Augenblick hat jemand auf den Auslöser gedrückt, nachdem er das Motiv entdeckte. Die Technik ließ ihn nicht im Stich, das Licht war richtig und die Einstellungen an der Kamera, für die - sie oder er - sich weit vor diesem Augenblick entschied, waren richtig gewählt. Der Focus hatte das Motiv ebenso korrekt erfasst, wie die Blende genau die richtige Menge Licht durchließ. Da ist es also, das Bild. Das Bild eines schönen Popos. Der ist also auch da gewesen. Dieser Hintern wurde für das Bild ( und zwar das auf dem Sensor genau so, wie jenes, das in den Köpfen der Betrachterin oder des Betrachters entsteht) in eine ihn gut in Szene setzende Kleidung gesteckt. Er soll schön aussehen, was ja ob des Fotos auch hinlänglich gelungen ist.
Da ist es also, das Bild eines wohlgeformten Hinterns. Und der Hintern selbst - mit einem Rest von Mensch daran. So meint der Hintern. Doch er, der für die Aufnahme so toll hergerichtet, der in eine für den Rest des Menschen besonders unbequeme, weil enge Jeans gezwängt wurde, der sogar vollendet in der Form seiner Pobacken noch den String, wenn überhaupt, darunter trägt, was meint er zu sein, zu sein während des Restes der Stunden, in denen er immer wieder gerne angeschaut wird?
Mehr noch, welche Bedeutung hat er im Verlauf der Zeit, in der Spanne seiner Existenz? Ist der Rest des Körpers noch jung, so ist auch er jung, altert der Rest des Körpers, so macht er was? Schön aussehen, straff bleiben und immer schön knackig und fest? Mitnichten! Auch er kriecht zu Kreuze dem Diktat der Schwerkraft, so, wie der an ihm hängende Rest ebenfalls nicht entkommt. Irgendwann sogar wird er zu Staube und von Form kann wahrlich nicht mehr die Rede sein.
Also wird es kommen, und die Zeit wird ihre Botschaften überbringen, ob wir sie verstehen wollen oder nicht. Die Sache ist entstanden, irgendwann, und demgemäß wird sie vergehen. Was bleibt, das ist die Idee, und nur dann mehr als eine Idee der Schönheit wie der der Mona Lisa, deren Züge sicher schon vergessen, wäre nicht damals ein Hinseher gewesen, der die Zauberhaftigkeit des Wesens allein für sich dazu brachte, ein Bildnis von ihr zu kreieren. So können wir uns heute noch darüber streiten, ob sie denn Schönheit ausdrückt oder nicht, ihr Bildnis jedenfalls sorgt für mehr als nur Idee, ihr Antlitz sorgt für jeden Menschen in seinem ganz persönlichen Licht, zu sagen, ob wir einstimmen in die Begeisterung des Leonardo.
So ist denn Abbildung ein Zeugnis des Augenblickes. Wie schon nur wenige Wochen später sich die Linien verändern können, das weiß jeder selbst zu bezeugen. Nicht, dass es so ist, beschreibe ich mit Bildern, nur entgegen der Vergänglichkeit ist mir an dem Bild des Augenblicks gelegen, welches ich festhalte als Zeugnis dafür, dass der Abgelichtete wirklich einst so aussah. In der Erbaulichkeit über das Aussehen, welches uns Menschen stets so beeindruckt, zeige ich, bevor sich auflöst in das Meer der Überformen die vollendete Linie.
Mit der definitiv unwichtigen, belanglosen und bedeutungslosen Darstellung von Hintern setze ich ein Zeichen der Schönheit der Gesäße und jeder mag hinsehen, dem es gefällt. Bevor diese ihre Form des Augenblickes für immer verändern - was dem Menschen als solchen nie abträglich ist, weder dem Charakter noch dem Herzen - nur den Augen des Gerneansehers der Gesäße trägt es zu, zu sehen und sich daran zu erfreuen, so wie es immer schon dem Schöngeiste daran gelegen war, Schönes anzusehen. Gleich dabei, ob es die Moleküle zu einem Tier, zu einer Blüte, zu einem Sonnenuntergang oder zu einem Gesicht gebracht haben. Für den Fotografen ist sein Motiv der ultimative Moment der Dokumentation, es abzulichten, bevor es abgetaucht ist in den Blättern des Eisenholzbaumes oder sonstwo hin. Bevor es seine Gestalt verändert soll es abgebildet sein, dem Lauf der Zeit entnommen für das Foto des Augenblickes.
Wie die Vergänglichkeit des Augenblickes wird zwar auch das Bild vergehen, so ist es nur eine kleine Verlängerung dieses Augenblicks, den der Fotograf für sich entdeckt und anderen Besuchern seiner Bilder vorstellen kann. Der Besucher dieser Austellung sieht hin, zu dem, was so in dieser Weise nicht alltäglich zu sein scheint und doch ist. Werden Bilder nicht entfremdet durch die unendlichen Möglichkeiten der Bildbearbeitungssoftware, so zeigen sie die Realität, welche vielleicht nur aus einem nicht alltäglichen Blickwinkel betrachtet ist, doch letztendlich nichts anderes, als was schon da ist!