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Mittwoch, 23. Dezember 2015

Motiv + Wirkung ( 69 )

tin jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Alles, was mit dem menschlichen Auge zu sehen ist, könnten wir -rein theoretisch- auch fotografieren.

Warum wir es tun könnten, ist eine Frage, die ich gerne anderswo interpretieren und bearbeiten möchte. Warum wir es nicht tun, ist auch eine interessante Frage. Dass wir es nicht tun oder zeigen, ist eine Tatsache. Die Auswahl unseres vornehmlich fotografierten Motives ist eng mit der gesellschaftlichen Verknüpfung verbunden, in der wir (fest-) stecken.
   Hier in Deutschland ist es beispielsweise nicht ohne weiteres möglich, so interessante Streetfotografien wie von Bruce Gilden oder Sao Paulo Streetphotography zu veröffentlichen, da das Thema rechtlich einerseits sehr eng, andererseits aber zutiefst schwammig geregelt ist! Da liegt es scheinbar näher, sich nur mit rechtlich einwandfreien Motiven auseinander zu setzen. Auch darunter finden wir natürlich viele spannende Motive. Interessant ist z.B. die Tierfotografie, wie es beispielsweise Jörg David in fantastischer Weise immer wieder beweist.
   So viele Menschen es gibt, so viele Vorlieben für's Fotografieren und mehr noch für's Ansehen der Bilder gibt es. Und genau da liegt der Kern der Einzelbetrachtung. Im Sehenwollen und tatsächlichen Hinsehen durch die Betrachter findet sich eine versteckte Motivation. Die erste Frage dabei soll die nach dem Grund der Fotografie sein: Fotografieren wir, um uns selbst an den Bildern zu erfreuen oder fotografieren wir, um die Bilder zu präsentieren, um auch andere zu begeistern und zu faszinieren?
   Das ist insofern relevant, als dass sich daran die Frage anschließt, was wir mit einer Präsentation der Ergebnisse erreichen wollen. Dazu jedoch gleich mehr. Fotografieren wir nur für uns selbst, und vielleicht einen kleinen Kreis der Familie und Freunde, so liegt die Sache ziemlich einfach. Die Resultate müssen (nur uns) gefallen. Wir sind die einzigen Kritiker. Wir wachsen aus unserem eigenen Anspruch an die Bilder. Oder eben nicht. Das nicht notwendige Feedback anderer verhilft uns zu keinen anderen Ergebnissen, wir fotografieren ausschließlich privat.
   Gänzlich anders sieht die Sache bei der Idee aus, seine Fotografien auszustellen. Spätestens hier wird die Frage nach dem Motiv absolut relevant. Um es auf die Spitze zu treiben, stelle ich folgende Überlegungen an: Was sollte einen Besucher meiner Ausstellung im Filmsaal der Schule, in der Galerie oder einem Ausstellungsraum, wie auch in den vielen möglichen Portalen im Internet dazu verleiten, in Aktion zu treten, um meine Bilder anzusehen? Einige Klicks sind einfach, aber eine Räumlichkeit aufzusuchen bedeutet schon einen größeren Aufwand. Mit den "falschen" Motiven wird sich mein Erfolg in jeder Hinsicht in engen Grenzen halten. Ob ein Besucher wieder mal auf meiner Homepage oder meinem Fotoblog vorbeischauen wird, ist direkt abhängig vom Motiv und seiner Perspektive. Die Qualität der Fotografien kann noch so gut sein, wenn nicht das Motiv etwas Beliebtes darstellt oder die Darstellung eine durchweg außergewöhnliche Betrachtungsweise definiert, zeigt es sich erst, ob jemand eine Autofahrt in Kauf nimmt, um (m)eine Ausstellung zu besuchen.
   Ich gehe hier grundsätzlich mal davon aus, dass die technischen Belange der Fotoaufnahmen vorzeigbar sind.
   Immer wieder stellt sich die Frage nach dem Motiv! Dazu kommt die Verbindung mit dem Sinn und Zweck der Aufnahmen. Jedem Fotografen bietet sich zu jedem Beginn, auf's Neue, wenn er oder sie nicht an einer Reihe arbeitet, eine Chance auf Bilder eines anderen Genres. Innerhalb dieses Genres findet sich wiederum eine große Anzahl differenzierter Motive. Welche Überlegungen dabei für mich vorrangig zu beachten sind, das möchte ich skizzieren. Nähme ich ein allseits beliebtes Thema, so wäre mir zwar die Zuneigung und Aufmerksamkeit meiner Besucher zumindest dann gewiss, wenn ich in der Lage bin, Bekanntes fotografisch neu oder spannend ( neu gilt als spannend) zu definieren. Es existieren sonst nämlich schon viele bis unendlich viele ähnliche Fotografien. Lichte ich seltenere Motive ab, so findet mich vielleicht kaum einer, aber ich könnte exklusive Aufnahmen fertigen. Nur für wen? Wer würde danach suchen? Wer sich in die Ausstellung verlaufen?
   Zum Glück ist durch die immens große Themenauswahl unserer Kreativität keine (kaum eine) Grenze gesetzt. Zu Beginn habe ich auf unsere gesellschaftlichen Zwänge angespielt, die uns beständig zur Konformität führen wollen. Dazwischen finden wir aber auch einige Überschreitungen, wenn wir nur frei genug im Geiste und emotional reif dafür sind.
   Um es zu vergleichen, möchte ich die Frage stellen, welche Fotoaufnahmen für den Leser interessanter wären: die Nahaufnahme zarter Adern eines Rosenblattes in durchscheinendem Lichte oder die Nahaufnahme berg-und talartiger Furchen eines abgeschnittenen Zehennagels in durchscheinendem Lichte.
Noch Fragen? ;-)
   Ich vermute mal, dass sich die Rosenblätter deutlich höherer Besucherzahlen erfreuen würden. Man kann diese beiden Themen um viele weitere ergänzen. In Jörg Davids oben erwähnten, hervorragendem Tierfotografie-Blog hat er mir unlängst bestätigt, dass die Besucherfrequenz während seines Intermezzos von der Vogel-Fotografie in die Amphibien- und Reptilien-Fotografie nicht unerheblich abnahm, obwohl die Qualität der Aufnahmen auf gewohnt höchstem Niveau lag. Vermutlich stellen die Vögel ein deutlich populäreres Motiv dar und die Menschen begeistern sich viel mehr für die vermeintlich „schöneren“ Vögel!
   Die Frage dabei bleibt jedoch, ob ich etwas möglichst populäres und beliebtes publizieren möchte, oder einem Thema Ausdruck geben will, dem ich - in irgend einer Weise - verbunden bin. Möchte ich in einem beliebten Thema fotografieren und dort in außergewöhnlichen Bahnen Perspektiven und Besonderheiten finden und ausstellen, oder mich einem ungewohnten oder gesellschaftlich nur heimlich beliebtem Thema widmen? Das entscheidet jeder für sich selbst. Der Erfolg einer Publikation hängt meiner Ansicht nach direkt vom gelebten, zugegebenen ehrlichen Interesse der möglichen Betrachter ab. (Vergleiche Privatfernsehen gegenüber arte ;-) , wo halten wir uns auf?)
   Ich meine, die Entscheidung für oder gegen ein Motiv sollte immer auch mit der eigenen Passion verbunden sein, denn was man mag, macht man im allgemeinen besser. Ich meine, letztlich führt nur dieser Weg zur eigenen Verwirklichung und zum Erfolg.
Und wie immer: Do it! Again and again. KLICK!

Bilder - Kritiken ( 68 )

kine jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie.de
K R I T I K ! Welch böses Wort. Nicht aber für den, der sich verbessern möchte, der lernen möchte, der wachsen will, der eine Entwicklung wünscht. Was macht der Lehrer? Er kritisiert. Nur nicht so: "So ist es falsch!" Sondern: "So ist es richtig!"
   Dabei ist die Kritik nichts anderes, als das, mit dessen Hilfe der Lehrer seinem Schüler sein Wissen vermittelt, einen Weg aufzeigt, der sich im Laufe der Zeit als effektiv und weiterführend bestätigt hat. Nicht, dass auch andere Vorgehensweisen zu (m)einem Ziel führen würden, die Frage ist nur, ob man schneller zu diesem Ziel gelangen möchte, um noch andere Ziele zu erreichen oder ob man sich diesem einen Ziel widmen möchte, um dabei Variationen von Zielen zu entdecken, zu entwickeln, die wieder in ganz andere Richtungen führen können. Auch in Sackgassen! Aber der Mensch kann zurück gehen. Hauptsache, er geht. Dazu: " Der Weg ist das Ziel!" und: "Je kleiner das Reich, desto konzentrierter die Kraft." (Goethe)
   Was heißt Lehre? Wie lernen wir? Wenn ich etwas gut mache, dann erhalte ich ein Lob. Doch wie viel mehr lerne ich, wenn ich ein qualifiziertes Lob erhalte. "Das hast Du gut gemacht, weil... ." Und wenn ich etwas noch nicht so gut gemacht habe? Mein Lehrer verbessert mich deshalb, weil ich es nicht ganz richtig machte. Doch auch hier ist die Qualität entscheidend. "Das gelingt Dir so oder nur so zur Zufriedenheit, wenn Du das oder jenes anders machst und dies oder das stärker - oder überhaupt - berücksichtigst."
   Nur dann trägt Kritik! Ganz gleich, ob in positiver oder negativer Richtung, zur Verbesserung der Fertigkeiten unterstützt sie. Außer unserem Ego helfen lediglich solche Sätze, wie "Toll gemacht!" oder "Völlig daneben!", "Gefällt mir" ;-)  in keinster Weise weiter. Der Mensch ist jedoch ein Wesen, das nach Entwicklung strebt. Das ist in unseren Genen vorprogrammiert. Unabänderlich. Wie wertvoll richtig angebrachte, qualitative Kritik sein kann, erfuhr ich sehr deutlich nach meinem Studium während meiner einjährigen Schnupperausbildung zum Koch, oder wie man eine abgebrochene Berufsausbildung sonst nennen mag. Nur einer der sieben dortigen Köche verstand sich auf qualitative Kritik im sonst niveaulosestem Umgangston und Umgangsformen der durchaus mit gehobener Küche angesehenen Restauration. Von ihm lernte ich alles, was mir bis heute noch aus der Zeit des Kochens geblieben ist, darauf konnte ich im Weiteren immer wieder aufbauen, denn durch die vermittelten Hintergründe während der Anweisungen wurden diese selbsterklärend und verständlich. Es brannte sich im wahrsten Sinne des Wortes in mein Gedächtnis ein!
   Später konnte ich diese Art der Belehrungen in Form der konstruktiven Kritik auch für meine Lehrlinge anwenden, und ich habe mich meinerseits über positives Feedback stets gefreut. Das aber nur am Rande.
   Mein eigener Kritiker werde ich dann, wenn ich meine Arbeiten zeitversetzt betrachten kann. Ganz gleich, ob es Fotografien aus den frühen 80er Jahren sind, oder hier zu Beginn des Blogs eingestellte, bearbeitete Po-Fotos. Wenn mir manches mal meine rudimentären Versuche der Bildbearbeitung vorkommen, als wären sie nur mal eben schnell dahergestaltet, so werde ich zu meinem schärfsten Kritiker. So stelle ich fest, dass "einige" Bilder einer weiteren Bearbeitung bedürfen!
   Auch die Texte, die ich vor 3 Jahrzehnten verfasste, könnten einer Überarbeitung bedürfen. Rein grammatikalisch natürlich, denn die Erfahrungen eines erwachsenen Menschen sind nicht die auf die eines 16 Jährigen auch wenn es sich um die selbe ( bemerke: nicht GLEICHE) Person handelt, obwohl: in den darauffolgenden Jahren wurde ich schon zu einem anderen Menschen ... ;-)  Bei Texten ist es also ein wenig anders, denn im Moment der Niederschrift hatte sie ihre Gültigkeit: man war so! Und man dachte so! Und man fühlte so! Die Erfahrung teilt mir mit, was damals gemeint war, was anders war und was immer noch so ist, und meine weiteren Erfahrungen belehren mich wiederum eines besseren, anderen, richtigeren, falscherem ... ;-)
   So halte ich Kritik für eine der wichtigsten Mittel zur Förderung und Forderung bei der Entwicklung seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten. Wenn es während des Studiums sogar weniger der Prof ist, als ein Seminarleiter, der auf die Studenten eingehen kann und in der Lehre oft der Geselle, der den Azubi "an die Hand" nimmt, kann die konstruktive Kritik für unsere Fotografien außer von professionellen Seminarleitern ebenfalls von sehenden Mitfotografen kommen, die allein durch den Gehalt der Kritik ihre eigene Qualifizierung offenbaren werden. So entsteht manchmal gegenseitiges Voranbringen.

Seit wann suchst Du das Bild Deiner Bilder? (66)

raico jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Was bleibt Dir aus den Jahren Deiner Fotografie? Du hast in Deinem Leben, mit Deinem Wirken während Deinem Besuch hier auf diesem Planeten diesen mit - gestaltet, -geformt, -verändert, -verbessert, -zerstört, -gerettet ...!
Die Fotografie als eine Deiner Passionen hat Dich einen Teil Deines Lebens beschäftigt. Welcher Ergebnisse kannst Du Dich bewußt erinnern? Welches Maß aus Deinem Handeln - sowohl innerhalb und wie auch außerhalb Deines direkten Wirkungskreises - erreichte Deine Intuition für's Erstellen deiner Bilder?
Gibt es ein fotografisches Werk, auf das Du zurück blicken darfst, oder existiert eine wilde Sammlung von Fotografien? Welches Gefühl erzeugt dieser Rückblick in Dir? Gleichgültig, ob hochgelobt oder geflissentlich ignoriert durch die (fehlenden) Betrachter aller Couleur blickst Du unverhohlen auf Deine Arbeit. Was bleibt?
Wann begann Deine Karriere in der Fotografie?
Meine begann vermutlich schon zu einer Zeit, in der ich selbst außer einer Linse vor mir noch nicht viel erkennen konnte. Mein Vater fotografierte schon weit vor meiner Geburt und erst recht nachher. Ich mutmaße daraufhin einfach mal, weil Kinder schon weit vor ihrem Verständnis von den Zusammenhängen des Lebens durch bestimmte Verhaltensweisen geprägt werden, dass ich schon früh infiziert wurde mit dem Virus der Lichtbilder-Begeisterung. Wurde ich bestimmt!
Bilder aller Art spielen in unserem Leben bekanntlich eine vordergründig und mehr noch hintergründig wichtige Rolle. Ob als Lernhilfe für Kinder oder als Erklärung zur Worthülse für Erwachsene. Wie viel schneller erfassen wir alle einen Bildinhalt, als den Sinninhalt eines geschriebenen Satzes. Als visuelles Wesen mit unseren Augen, unserem einflussreichsten Sinnesorgan, üben Bilder eine starke Wirkung auf unser Leben aus, denn sie erzeugen fast immer sogar eine direkte körperliche Reaktion.
Mich vereinnahmte das Malen mit Licht schon im Jahre 1978, in dem ich meine erste eigene Kamera erhielt. Ich fotografierte meine Freundin und die Ausflüge unseres Vereines, dabei vornehmlich meine Vereinskollegen und Freunde.
Als ich etwas später eine Spiegelreflexkamera mein eigen nennen durfte, fotografierte ich bei vielen Gelegenheiten, wie zum Beispiel Klassenfahrten, Tiere (liebend gerne Enten) oder einfach in der Schule. Viele Fototouren mit Freunden in umliegende Städte von Düsseldorf schlossen sich an und wir lernten viel von unseren Versuchen. Da früher jeder Film und jedes Foto mit Folgekosten belegt war und ich als Schüler nicht die üppigen Gelder zur Verfügung hatte, mussten wir unsere Motive immer gut auswählen. Ob es besser oder schlechter fürs Erlernen der Fähigkeit zum fotografischen Sehen war, sei dahingestellt.
Doch die Menschen als Motiv haben es mir schon immer angetan, das habe ich schon häufiger erwähnt, denn früher habe ich gerne als junger Mensch - neben anderen Motiven - immer wieder Mädchen fotografiert.
Von der Anzahl der Negative, deren Digitalisierung auf sich wartet, ist der Großteil ehrlich mit den Worten "unter ferner liefen" zu betiteln. Einer möglichen Veröffentlichung sehen nur die allerwenigsten entgegen. Was aber die Essenz der langjährigen Fotografie angeht, so meine ich, dass wir Fotobegeisterte am meisten durch die Ausübung unserer Passion selbst gelernt haben. Das fotografische Sehen für sich hat sich durch die digitalen Aufnahmetechniken nicht erleichtert. Auch die zwangsläufig entstandene Bilderflut auf unserer steigenden Anzahl externer Festplatten vereinfacht die Kunst des Sehens beileibe nicht. Vielleicht die direkte Bildkontrolle lässt uns die Chance auf eine zweite Auslösung, nämlich bei misslungener Erstauslösung, und nur dann, wenn die Situation nicht schon längst vorbei ist. An eine grundsätzliche Verbesserung der Qualität der eigenen Fotos rein durch die Digitalisierung glaube ich persönlich nicht.
Mit der Innovation der Aufnahmetechniken (Digital) wurde ich erst einmal ein Stück weit ausgebremst. So kam ich mir zumindest vor, als ich durch die neue Technik viel Lehrgeld bezahlen musste. Irgendwann wurde es dann besser. Was durch meine individuellen, analogen Erfahrungen entstanden ist, das konnte ich mit entscheidenden, kleinen Differenzierungen uneingeschränkt weiter verwenden. Die Technik macht uns immer noch nicht sehender, es bleibt uns weiterhin nur unser Auge. ;-)
Und dennoch! Nicht allein Erfahrungen ermöglichen ein gelungenes Foto, zwar oft schneller oder auch wahrscheinlicher aber nicht immer. Manchmal kommt es vor, dass diese Erfahrungen einem einen wertvollen Hinweis und damit Vorteil gegenüber einem weniger erfahrenen Fotografen in einer brenzligen Situation verschaffen. Andererseits beweisen die Blogger auch hier auf dieser Plattform, dass hervorragende Aufnahmen nicht ausschließlich von Profi-Fotografen stammen. Für mich ist es manchmal ein sehr beruhigendes Gefühl auf meine Erfahrungen zurück greifen zu können.
Und die anfänglich gestellte Frage? Hast Du Dein Foto der Fotos gemacht, oder geht es Dir so wie mir, dass immer das nächste Foto das wichtigste ist. Mit dem Gruß vom Volk der Jäger und Sammler. Ich blicke meinen Ansprüchen nach auf ein beständiges Portfolio, meine aber, dass entsprechend obigem Satz noch viele ungesehene Motive zu entdecken und zu dokumentieren sind. Die unerschöpfliche Schönheit. Wunderbar und faszinierendes Motiv!

Mit welchen Mitteln versuchst Du Deine fotografischen Ziele zu erreichen? (64)

mies-vandenbergh-fotografie.de
mies-vandenbergh-fotografie.de
Was brauchts Du wirklich?
  • Eine Kamera mit einem Sensor im Kleinbildformat (gerne Vollformat genannt) mit einem f 1/1,2 50mm Objektiv?
  • Eine Kamera mit einem Sensor im Kleinbildformat mit einem 70-200mm f 1/2.8 Objektiv?
  • Eine Kamera mit einem Sensor im APS-C - format mit einem 18-300mm f 1/5.6 Objektiv?
  • Eine Kamera mit einem mft Sensor und einem 16-35mm f 1/2,8 Objektiv?
  • Ein Mobiltelefon mit 8MP Kamera?
  • Eine Phase One Mittelformat-Kamera mit 80MP Rückteil und einem f1/1,2 Schneider-Kreuznach Objektiv?
   Bei dieser zugegebenermaßen willkürlichen Auswahl von Aufzeichnungsgeräten hat jedes seine Daseinsberechtigung. Je nach Zweck ist das richtige Handwerkszeug unabdingbar zur Erstellung bestimmter Werke, hier fotografische Aufnahmen. Für die Darstellung leinwandgroßer Motive reichen die 16MP eines mft-Sensors eben nicht aus, um einen Blick ohne deutliche Artefakte zu ermöglichen. Gleichsam sind die 200MB (komprimiert immerhin 80MB) einer Mittelformat-Kamera nicht unbedingt notwendig für eine Darstellung im Internet oder eines DinA4 Ausdruckes. (Meine Meinung!)
   Abgesehen von den manchmal zwingenden technischen (persönlichen, geschäftlichen) Gründen für bestimmte Aufnahmesituationen stelle ich lieber die Frage nach dem Fotografen und seiner Fähigkeit zum Sehen. Kann ich mit jedem dieser o.g. Werkzeuge tatsächlich Bilder erschaffen, deren künstlerische Qualität wirklich in direkter Abhängigkeit vom gewählten Werkzeug steht?
   Hier bejahe ich diese Frage definitiv bis zu einem bestimmten Grade. Da es nicht um mehr oder weniger Auflösung in der Zahl der auf den Sensor gequetschten MP geht, sondern viel mehr um die gesunde Mischung von MP und Sensorgröße, steht für mich außer Frage, dass ein "gesunder" Sensor schon zu einem ausgewogeneren Bilde in Sachen Abbildungsleistung führt. Ich spreche dann aber noch nicht vom Motiv oder von möglichem Freistellungspotential. Architektur mit dem Tilt&Shift Objektiv aufzunehmen führt eher zu einem passenden Ergebnis und ohne ein Macroobjektiv ist die Welt der Insekten nur schwer bis gar nicht fotografisch zu entdecken.
   So, wie der Koch mit einem vernünftigen Messer, der Gärtner mit einer vernünftigen Schere und der Controller mit einer vernünftigen Software das deutlich bessere, ökonomischere und damit wertvollere Ergebnis erzielen kann, so erschafft der fotografierende Künstler mit dem vernünftigen Werkzeug fast immer eher ein Kunst - Werk, vorausgesetzt er sieht es! ;-) Auch die Nachbearbeitung mit unterschiedlichen Softwarelösungen beeinflusst das Werk heutzutage viel mehr, als der Betrachter annimmt.
   Abgesehen von diesen technischen Raffinessen möchte ich die Frage nochmal kurz beantworten. Ein dem Thema angepasstes Objektiv verbunden mit einer sinnvollen Sensorgröße stellen für mich eine gute Grundlage zur Schaffung einer wertvollen Aufnahme dar. Wertvoll meint hier eine Aufnahme mit dem Potential zum Außergewöhnlichen mit besonderer Aussagekraft durch die Abbildungsleistung. Sozusagen gebe ich Dir einen Marderhaarpinsel mit Schmincke- oder Lucas-Künstlerfarben verbunden mit vernünftiger Rohrsmühle-Leinwand, und sage Dir: Mal was!
   Viele der Fotografen hier bei Wordpress, aber auch auf anderen Portalen beweisen eindrucksvoll, was ohne Hasselblad möglich ist.
   Fazit: Wie jeder weiß: Auf das Auge des Fotografen kommt es noch viel mehr an, als auf die Technik. Zusätzlich: Ich meine: Ein möglichst sinnvoll großer Sensor mit guter Optik ist die Eintrittskarte zur ernstzunehmenden Fotografie. So kann zum Beispiel ein mft-Sensor für die Streetfotografie so gut sein wie das Mittelformat für die Studio/Modefotografie. Und wie immer: Tu es! Das ist die Voraussetzung schlechthin.

Welche Ziele verfolgst Du? (62)

reho jeans hintern Mies Vandenbergh Fotografie
Mies-Vandenbergh-Fotografie
Ziele der Fotografie!
Welche Ziele verfolgst Du mit Deiner Fotografie?
   Diese Frage ist mit einigen wenigen Worten für mich zu beantworten. Die Ziele meiner Fotografie sind für jede Richtung, jedes Thema, dem ich mich widme, ähnlich, wenn auch nicht gleich gelagert. Als Ziel meiner Fotografie ist zuvorderst die Dokumentation zu formulieren. Mir ist es wichtig, "Dinge" im Bild festzuhalten, die mir in meiner Umgebung auffallen, die mir Gefallen.
   Es sind vor allem Menschen, die ich interessant finde. Mein Ziel umschreibe ich mit den Attributen Anmut, Schönheit und Natürlichkeit. Eines meiner Ziele, besonders harmonische Körper und für meine Idee eines schönen Menschen beispielhafte Fotografien zu erschaffen, korrespondiert mit dem Ziel der Darstellung von Menschen mit hervorzuhebender Ausstrahlung und natürlicher Attraktivität. Eine bewusste Konzentration der Fotos auf den schönen menschlichen Körper hat sich in meiner Fotografie schon immer abgezeichnet. Das soll nicht bedeuten, dass ich mich ausschließlich der Körperfotografie verschrieben habe, nur in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten habe ich viele Gesichter aufgenommen, aber niemals einen Model-Release zur Unterschrift parat gehabt.
   Da jeder Mensch ein anderes Verständnis von Schönheit besitzt, stellen meine Fotos nur eine Ausdrucksmöglichkeit für mein Verständnis von Schönheit dar. Mit meinen hier gezeigten Fotografien verfolge ich als Ziel die offene Darstellung von alltäglichen, wiederkehrenden Ansichten wohlgeformter Körper. Zu zeigen, welch zauberhafte Wesen um uns herum verweilen, ist ein Antrieb für meine Fotografie.
   Als Mann sind es für mich die Frauen, welche die Schönheit in besonderer Form verkörpern, wenngleich es auch ebenso schöne Männer sind, welche die Frauen betören können. Mein Ziel ist es nicht, eine unendliche Zahl verschiedenster Formen symmetrischer Hintern zusammen zu stellen, sondern mit den Fotos einer Begeisterung Ausdruck zu geben, die jede Betrachterin und jeden Betrachter dazu ermuntern soll, Körperlichkeit als harmonische und natürliche Wesentlichkeit ihrer selbst zu empfinden.
   Dass die äußere Schönheit schon zu allen Zeiten und in allen Kulturen einer besonderen Bedeutung unterlag, ist vielfach dargelegt worden. Auch wenn es dabei - je nach Zeit und Kultur - immer einen Konsens darüber gab, was attraktives Aussehen ausmachte, wie es diesen auch heute selbstverständlich gibt, so erachte ich meine Fotos diesem nur bedingt unterzogen. Ich richte mich zumindest bewußt nicht nach allgemeingültigen Maßgaben. Wenn auch ein Einfluss durch jahrelange Prägung nicht zu leugnen ist, so behaupte ich doch durch eine gezielte Auseinandersetzung mit der Materie einen gewissen Abstand gewonnen zu haben.
   Neben dem Ziel für mich selbst, nämlich herauszufinden, welche Körperformen welchen Einfluss auf mich haben, möchte ich mit meinen Bildern einen Teil der unendlichen Vielfalt der Körper aufzeichnen, die uns auf der Straße jeden Tag begegnen.